Ein Lenkungsdämpfer ist im Grunde genommen nichts anderes wie ein Stoßdämpfer. Also ein Zylinder in dem eine dichtende Scheibe in Öl hin und her läuft. Dabei wird durch ein Ventil (Regulierschraube) definiert wie weit sich ein Bypass öffnet und somit wie schnell das Öl in dem Zylinder von Abschnitt A nach B fliesen kann. Das mal zum Grundverständnis was da passiert.
Um den Horex (White Power) Lenkungsdämpfer zu warten muß man ihn abbauen. Dazu nimmt man einen 45er Torx und schraubt die beiden Befestigungsschrauben ab.
Wenn man den Lenkungsdämpfer in der Hand hat wird einem die oben beschriebene Funktionsweise schnell schlüssig. Den langen Zylinder (also der in welchem die Stange hin und her läuft) fassen wir nicht an. Der ist mit Simmeringen abgedichtet und muß nur geöffnet werden wenn eine Leckage vorliegt. An dem kleinem von beiden Zylindern, entfernt man die Rändelscheibe indem man mit einem 1,5er Innensechskantschlüssel die seitliche Madenschraube entfernt. (Vorsicht !!!! Wie bei allen Inbusschrauben darf man den Schlüssel nicht halbherzig einstecken. Bitte mit etwas Kraft eindrücken bis er wirklich bis zum Anschlag eingeschoben ist und erst dann öffnen. Sollte er erst einmal überrutschen wird es doof.) Wenn die Madenschraube raus ist kann man den Rändelscheibe abnehmen. Nun, wie auf dem Bild gezeigt, eine Seegeringzange in die Löcher stecken und die erste Gewindescheibe ausdrehen. Ab jetzt geht die Schweinerei los. Deshalb bitte alles mit einem alten Lappen festhalten. als nächstes zieht man leicht an dem Messingstift und die Dichteinheit in dem sich der bereits erwähnte Bypass befindet kommt langsam aus dem kleinem Zylinder heraus. Somit hat man alles geöffnet und das alte Öl kommt heraus. Am besten die Kolbenstange ein paar mal hin und her bewegen um alles Öl aus dem eigentlichen Hauptzylinder heraus zu befördern (pumpen).
Nun dreht man von Hand den Messingstift aus dem Bypassmodul raus auf dem vorher die Rändelscheibe gesessen hat. Dabei äußerste Vorsicht. Denn, damit die Rändelscheibe beim drehen rastet sind an der Messingschrauben zwei Kugeln dran die sich nun verselbstständigen können. Dieses Teil wische ich vorsichtig mit einem fusselfreiem Tuch ab und lege es bis zum Zusammenbau wieder neben hin. (Vorsicht das die beiden Kugeln nicht verschwinden)
Jetzt wende ich mich wieder dem Zylinder zu. Auch den wische ich mit einem fusselfreiem Tuch von innen aus und pumpe die Kolbenstange so lange hin und her bis kein Öl mehr austritt.
HALBZEIT
Nun geht es wieder an das zusammenbauen. Ich nehme ein Spritze und fülle den kleinen Zylinder, dessen Öffnung nach oben zeigt, mit ca. 20ml von einem 5W Gabelöl. Also fast so flüssig wie Wasser. Dabei schiebe ich vorsichtig die Stößelstange hin und her. Wer das hektisch macht wird feststellen das das Öl überall herumspritzt. Ziel dieses Pumpens ist, das der Ölstand sinkt indem er die Luft verdrängt. Sprich .... man macht das so lange bis keine Luftbäschen mehr in dem Bypasszylinder aufsteigen. Das kann schon mal 1-2 min dauern. Wenn das soweit ist drehe ich das Bypassmodul mit der Seegeringzange wieder ein. Und zwar soweit, das wenn die zweite Sicherungscheibe drinne ist wieder alles bündig ist. Ich schätze mal das sind 5-6mm unter den Rand des Zylinders. Da die Messingschraube ( mit den hoffentlich noch vorhandenen zwei Kugeln ;-) ) fehlt könnt ihr weiteres Öl mit der Spritze einfüllen und so lange mit Gefühl die Stößelstange hin und her bewegen bis keine Blässchen mehr aufsteigen oder das Ölniveau nicht weiter sinkt. Ziel dieser Aktion ist es das der Lenkungsdämpfer mit 100% Öl gefüllt ist und sich nach möglichkein keine Luft mehr in der ganzen Mimik befindet. DENN, Luft läßt sich verdichten. Öl nicht. Ihr könnt das Testen, indem ihr die Messingschraube vorsichtig mit den 2 Kugeln einschraubt und dann die Stößelstange hin und her bewegt. Geht es schwer und saugend habt ihr alles richtig gemacht und die Luft ist raus. Sollte die Stößelstange hin und her stottern bzw. ab einen gewissem Punkt ganz leicht gehen ... ist noch Luft drinne. In dem Fall den Zylinder wieder senkrecht halten, die Messingschraube ausdrehen und nochmal vorsichtig hin und her pumpen bis keine Luftblasen mehr aufsteigen ggf. Öl nachfüllen. Wenn ihr ein gutes Gefühl habt, wieder die Messingschraube eindrehen und abermals testen ob es gleichmäßig schwer geht. Mittlerweile solltet ihr auch ein Gefühl dafür haben wie es sich nicht anfühlen soll. Zu guter letzt die Kontermutter mit der Seegeringzange einschrauben und die Rändelscheibe wieder einsetzen und mit der Madenschraube fixieren.
Alles in allem ist das eine Sache von 30 min.
Ich denke das ist jetzt so gut beschrieben .... ich hätte einen Affen nach einer Staude Bananen soweit das er es könnte.
Ihr braucht: - eine Flasche Bier eurer Lieblingsmarke (in Bayern eher zwei) - einen 45er Torx - einen 1,5er Innensechskantschlüssel im Volksmund auch Inbus genannt - ca. 30ml Gabelöl 5W-Viskosität. (20ml gleich zu Anfang, 10ml zum nachfüllen beim Blässchen rauspumpen) - einen fusselfreien Lappen - eine Spritze ohne Kanüle zum einfüllen (gibt es bei der freundlichen Arzthelferin oder in der Apotheke) - viel Geduld um die beiden Kugeln wieder zu finden wenn ihr beim ausdrehen der Messingschraube nicht vorsichtig arbeitet
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Zitat von Schimmel im Beitrag #3Dieter Du bist Genial
Oder um es mit den Worten meines letzten Arbeitgebers zusagen: Herr Strickmann war stets bemüht ....
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Ich dachte es wäre mit dem Lenkungsdämpfer was nicht in Ordnung. Als ich ihn abgebaut hatte merkte ich das er funktioniert und somit lag mein "ungutes Gefühl" wohl mit dem Wechsel auf den K-Max Lenker zusammen. Da ich jetzt schonmal alles in der Hand hatte, habe ich die Revision gleich durchgeführt. Das sollte nach 13 Jahren kein Schaden sein. Und ... ich hatte hinterher das Gefühl das er besser dämpft. Konnte aber noch keine Probefahrt machen.
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Hallo Dieter, das hast du sehr gut beschrieben, denke du könntest do- it- yourself Bücher schreiben. Oder wie wir früher immer gesagt haben, jetzt mache ich es mir selbst Bücher. Glaube ich habe noch eins für den Ascona B und Kadett E.